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Tirana und Shkodra 1918-1938

Tirana and Shkodra 1918-1938

Karl Kaser (ORCID: 0000-0002-9991-0295)
  • Grant-DOI 10.55776/P16392
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.08.2003
  • Projektende 31.07.2007
  • Bewilligungssumme 180.831 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Geschichte, Archäologie (25%); Soziologie (75%)

Keywords

    Urban Life, Albania, Demography, City Planning, Historical Anthropology, Household Structures

Endbericht

Dieses Projekt untersucht die urbane, demographische und historisch-anthropologische Entwicklung der beiden größten albanischen Städte Tirana und Shkodra. Dieser Antrag steht mit dem Projekt (P14350-SOZ) "Der albanische Zensus von 1918" in Verbindung. Der Zensus von 1918 ist im Archiv der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gelagert und umfasst detaillierte Angaben beinahe für das gesamte Land. Der Zensus wurde sehr präzise erhoben und stellt einen geeigneten Ausgangspunkt für die Erarbeitung einer historischen Demographie Albaniens im 20. Jahrhundert dar. Das neu beantragte Projekt beabsichtigt, die urbane Entwicklung sowie die demographischen und historisch- anthropologischen Trends in den zwei Städten zwischen 1918 und 1938 zu untersuchen. Die relativ spät einsetzende Phase intensiver Urbanisierung (in Verbindung mit Industrialisierung und Land-Stadt-Wanderung) im südöstlichen Europa - seit den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts - führte zu einer Negierung der vormodernen Periode in der Stadtentwicklung durch die Forschung. Bedingt durch das Image der Balkangesellschaften als "archaische", übersah man nämlich die Innovationen, die von den urbanen Zentren ausgingen. Diese verbreitete Fehleinschätzung übersieht, dass die größeren Balkanstädte bereits am Vorabend der industriellen Moderne Modernisierungsprozesse vorwegnahmen. Speziell im Falle Albaniens besteht in dieser Frage ein erhebliches Forschungsdefizit. Die beiden Städte waren in der Zeit zwischen 1918 und 1938 sehr klein: Shkodra: 23.099, Tirana: 16.513 Einwohner (im Jahr 1927). Dieser Umstand ist insofern von Vorteil, als so die demographischen und historisch- anthropologischen Entwicklungen auch im Detail verfolgt werden können. Die zwei Jahrzehnte zwischen 1918 und 1938 wurden aus zwei Gründen gewählt: Im Jahr 1918 wurde der erwähnte Zensus erstellt; er gibt ein erstes präzises Bild der Bevölkerungszusammensetzung der beiden Städte wieder: Berufe, religiöse Zugehörigkeit, Familienstrukturen usw. Das Jahr 1938 stellt insofern eine Zäsur dar, als das Land von italienischen Truppen besetzt und in das Königreich Italien eingegliedert wurde. Dadurch veränderte sich auch das urbane Leben erheblich. Das Forschungsprojekt wird vier Hauptziele verfolgen: 1) Soziale und wirtschaftliche Rahmenbedingungen; 2) Generelle demographische Entwicklungen; 3) Haushalt und Familie; 4) Urbane Kultur.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Graz - 100%

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