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Stein-Relief-Inschrift

Stone-Relief-Inscription

Wolfgang Wohlmayr (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P15669
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 05.08.2002
  • Projektende 05.08.2004
  • Bewilligungssumme 108.770 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Geowissenschaften (30%); Geschichte, Archäologie (70%)

Keywords

    Relief - Stone Relief, Steinbrüche - Quarry, Inschrift - Inscription, Geologie - Geology, Provinzialrömisch - Province of Noricum, Gesteinsmaterial - Stone Material

Abstract Endbericht

Ein zu erwartender Fortschritt in der Erfassung römerzeitlicher Steindenkmäler liegt ausschließlich in deren gesamtheitlicher Betrachtung. Diese bedeutet eine kombinierte Auswertung von bildlicher Darstellung und Inschrift unter Einbeziehung der lokalen Gegebenheiten, der Möglichkeiten der Steinbearbeitung (Werkstättenfrage) und der Herkunftsbestimmung des Steins. Die Ausdrucksformen der Provinzialrömischen Kunst Noricums auf dem Boden des heutigen Österreich scheinen zunächst begrenzt. Generell ist auf Steindenkmälern eine breite Streuung von Bildthemen und Inhalten zu vermerken, die ihre Abhängigkeit von Reliefformen außerhalb der Provinz Noricum zu erkennen geben. Mit zahlenmäßiger Zunahme der Denkmäler ab der mittleren Kaiserzeit sind ikonographische Sonderformen und Varianten des Reliefschmuckes zu beobachten, die auf eine eigenständige und lokale Produktionsform schließen lassen. Dazu kommen spezifische Fragen einer Auftragslage und der hinter den Steindenkmälern vermuteten oder erschlossenen Bevölkerungsschichten. Schließlich ist nach den Bezugsformen der Bilddarstellungen und Ornamente, generell dem Grad der Beeinflussung durch benachbarte Kunstkreise zu fragen. Im Gegensatz zu gängigen Bild reich gepflogener Handelsbeziehungen der norischen Provinz mit dem Süden, d.h. dem oberitalienischen Raum, wird auf dem Feld der Kunstdenkmäler eine Verbindung mit dem Moselgebiet und allgemein dem Westen des Reichsgebietes sichtbar, wie sie sich im Bereich der dekorativen Elemente ausdrückt. Zentrales Anliegen des Projektes, gleichwertig neben der epigraphischen, ikonographischen und typologischen Auswertung römischer Relief- und Inschriftensteine in Noricum ist deren petrographische und geologische Bestimmung. Dazu dienen naturwissenschaftliche Einzelanalysen sämtlicher im Katalog beschriebener Steindenkmäler und deren versuchte Zuordnung an römerzeitliche Steinbrüche. Die Streuung und Verbreitung von "Steingruppen" sowie ein Nachzeichnen der Transportwege sollen im Mittelpunkt der Betrachtung stehen. Am Beispiel der für Noricum ripense seltenen Marmorwerke soll auf deren Herkunft und möglicher Transportweg (Flusswege) eingegangen werden. Aus dieser "kombinierten" Betrachtungsweise der Denkmäler heraus, ist im Analyseteil erneut die Frage nach den Produktionsstätten und einer Verbreitungskarte römerzeitlicher Denkmäler im Raum Noricum aufzuwerfen. Von einer geologischen Auswertung sind Ergebnisse zum "Beginn der Steinbrüche", beziehungsweise deren "Auflassung", zu Steintransport und Verbindungswegen zu erwarten. In Verbindung mit der kunstwissenschaftlichen Analyse der Steindenkmäler und der gewonnenen Datierungsgrundlage wird eine Zusammenschau von Reliefgruppen innerhalb eines Areals, einer spezifischen "Kunstlandschaft" möglich. Das Projekt möchte Grundlagenarbeit auf erweiterter Basis bieten, indem Fragen der Produktion, der Lagerstättenkunde, der Auswertung von Bild- und Inschrift und damit Aspekte einer Wirtschafts- und Sozialgeschichte im Vordergrund stehen sollen. Zudem bietet die Einzeluntersuchung von Steindenkmälern eine Ausgangsbasis für künftige Konservation und Restaurierung. Die Betonung der naturwissenschaftlichen wie kunstwissenschaftlichen und historischen Analyse bietet einen Zukunftsaspekt und soll auf einen österreichischen Standard der Kartographie von Steindenkmälern und einer Verbreitungskarte von Funden zuführen.

Der Projekttitel enthält insofern ein methodisches Programm, als erstmals auf umfassende Aussagewerte römischer Bild- und Inschriftensteine in einem begrenzten geographischen Raum eingegangen werden konnte. Hinsichtlich der erfolgten Arbeitsschritte und deren Auswertung zeichnen sich folgende Ergebnisse ab: - Eine markante Aussage bilden untereinander abhängige Formtypen von römischen Steindenkmälern (hauptsächlich Grabmonumente), deren Auftreten und deren Verbreitung nicht losgelöst von Produktionszentren und von einer konkreten Auftragslage gesehen werden können. Auf Grund von Inschriften, bildlichen Darstellungen und/oder regionalen Merkmalen bzw. Besonderheiten (Werkstätten) können unterschiedliche Gruppen von Römersteinen, mit nachvollziehbarem soziokulturellen Hintergrund, definiert werden. - Deutlich werden die Ergebnisse in Verbindung mit lokalisierten römischen Steinbrüche, die innerhalb bestimmter Zeitabschnitte als Ausgangspunkte einer umfassenden Relief- und Skulpturenproduktion zu sehen sind. Die Zusammenhänge zwischen (mittels geologischer Untersuchungen bestimmtem) Herkunftsort eines Steinmaterials, der ausarbeitenden Werkstätte und der Verbreitung innerhalb einer Region lassen sich mit Karten entsprechend darstellen. Ausgangspunkte der Forschungen bildeten petrographische Materialanalysen und Zuordnungen an bereits erschlossene beziehungsweise neu hinzugekommene römerzeitliche Steinbrüche. Für die altertumswissenschaftliche Betrachtung wurden Gruppen von Steindenkmälern hinsichtlich ihres Fundortes und ihrer ursprünglichen Bestimmung zusammengefasst. Daraus lassen sich erste Schlüsse zu charakteristischen Verwendungsformen des Materials innerhalb der untersuchten Hauptorte wie Lauriacum (Enns), Lentia (Linz) oder Ovilavis (Wels) ziehen. Auch erste Ergebnisse zu material- und typusbedingten Zuordnungen solcher sog. Römersteine liegen vor und wurden bereits in Vorberichten publiziert. Wesentlich für die endgültige Auswertung des Materials werden chronologische Linien, die den Benützungshorizont von lokalen Steinbrüchen ebenso dokumentieren können wie den Nachfragewert des Materials für bestimmte Auftraggeber und Werkstätten. Auch die möglichen Transportwege für Material und ausgearbeitete Denkmäler wird dokumentiert und diskutiert werden. Für die geographisch einzig sinnvolle Ausweitung der Forschungen auf das gesamte Gebiet der nördlichen Hälfte der römischen Provinz Noricum wurde beim FWF ein Folgeprojekt eingereicht. Die Ergebnisse aus dem FWF- Projekt P15669 sollen nach Vorliegen der Daten aus dem Raum Salzburg und den anliegenden bayerischen Gebieten, die der römischen Provinz oder zumindest dem unmittelbaren Kulturraum zuzurechnen sind, in einer gemeinsamen Publikation vorgelegt werden.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Salzburg - 100%

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