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Verfolgte Musik

Persecuted Music

Jürg Stenzl (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P15395
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.07.2002
  • Projektende 30.06.2005
  • Bewilligungssumme 209.848 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Geisteswissenschaften (20%); Geschichte, Archäologie (25%); Kunstwissenschaften (25%); Soziologie (30%)

Keywords

    VERFOLGUNG, EXIL, MUSIKSCHAFFENDE, NS-REGIME, JÜDISCH, LEXIKON

Abstract

Das Forschungsprojekt "Verfolgte Musik - Zur Geschichte der unter dem Nationalsozialismus ermordeten und vertriebenen Musikschaffenden aus Österreich - mit besonderer Berücksichtigung der Erfassung ihrer Werke" soll die Geschichte der unter dem Nationalsozialismus verfolgten, vertriebenen und ermordeten Musikschaffenden aus Österreich - unter Berücksichtigung aller bisher auf diesem Gebiet geleisteten Arbeiten - umfassend erforschen und in zusammenhängender Form zur Darstellung bringen. Dabei sind ihre Werke und Leistungen zu dokumentieren und im biographischen Zusammenhang zu erläutern, um sie vor dem Vergessen zu bewahren - nicht zuletzt als Voraussetzung dafür, sie wissenschaftlich zu analysieren und - soweit es sich um aufführbare Werke handelt - künstlerisch zur Darstellung zu bringen. Mit dem titelgebenden Begriff der verfolgten Musik` soll in gleicher Weise den Musikschaffenden, denen die Flucht ins Exil gelang, wie jenen, die dem Massenmord zum Opfer fielen, besondere Aufmerksamkeit zuteil werden. Ebenso wird das Projekt auch die Frage der Möglichkeit einer "inneren Emigration" aufwerfen und dabei die ästhetische Dimension der NS-Musikpolitik untersuchen (die vom Nationalsozialismus als Selektionsmechanismus verwendete Konstruktion einer "entarteten Musik"). Zwischen sogenannter Ernster Musik und Unterhaltungsmusik wird zwar, wo dies möglich ist, unterschieden, aber die Unterscheidung selbst bildet ein Moment der Bestimmung und keine Ausgrenzung oder hierarchische Abstufung hinsichtlich der Bedeutung bestimmter Musikschaffender. Ausgangspunkt des Projekt ist eine Datenbank, die heute Informationen zu über 4200 verfolgten und vertriebenen Musikschaffenden enthält, Ziel ist die Fertigstellung der Grundlagen für eine umfassende lexikalische Darstellung. Dabei soll neben den wenigen prominenten und erfolgreichen Künstlern ebenso auf die zahlreichen unbekannteren und weniger erfolgreichen hingewiesen und ihre Leistungen und Werke auf solche Weise vor dem Vergessen bewahrt werden. Die individuelle Entwicklung des einzelnen steht im Mittelpunkt und strukturiert die Darstellung. Organisationen des Exils oder Institutionen des Musiklebens sollen darüber vermittelt zur Darstellung gebracht werden. Der verfolgten Musik` kam bisher als fundamentaler Bruch in der Kultur- und Musikgeschichte innerhalb der auf Kontinuität bedachten Musik- und Kulturgeschichtsschreibung kaum die nötige Bedeutung zu. Dieses Defizit zu beseitigen, sollen durch das Projekt die erforderlichen Grundlagen geschaffen werden. Je früher und je intensiver die Forschungen begonnen bzw. fortgesetzt werden können, desto mehr kann - u.a. durch Interviews mit Verfolgten und Überlebenden - festgehalten und geborgen werden.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Salzburg - 100%

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