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Komponistenkommentare

Komponistenkommentare

Wolfgang Gratzer (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/D3412
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Projektbeginn 05.03.2002
  • Projektende 04.06.2003
  • Bewilligungssumme 11.461 €

Wissenschaftsdisziplinen

Kunstwissenschaften (100%)

Keywords

    AUTOR, MUSIKVERSTEHEN, HERMENEUTIK, KOMMENTAR

Abstract

Die interdisziplinäre Frage, welcher Stellenwert autorintentionalen Aspekten - und insbesondere Eigenkommentaren beim Kunstverstehen beizumessen ist, wird gegenwärtig sehr kontrovers beantwortet. Sie gilt als brisanter Problemfall. Anders als in den Literatur- und Kunstwissenschaften hat ein systematisch entwickelter sowie historisch differenzierender Diskurs auf dem Feld der Musik bislang nicht stattgefunden. Dieses Defizit zu beheben liegt als Anliegen der Schrift Komponistenkommentare. Ansätze zu einer Geschichte der Eigeninterpretation zugrunde. (Die Studie wurde im Frühjahr 2001 an der Universität Wien als Habiltationsschrift angenommen.) Kapitel A wirft die Frage nach dem Wesen musikalischer Autorschaft auf. Bezug nehmend auf ein sonderbares, vielschichtig auf das Phänomen "Werkkommentar" beziehbares Klavierstück, werden Überlegungen darüber angestellt, was es heißen und welche Konsequenzen es haben kann, dass ein Komponist mit einem musikalischen Werk bzw. einem Werkkommentar etwas "will". Kapitel B fasst den Terminus `Kommentar` verschieden weit: ausgehend von einem allgemeinen Definitionsvorschlag werden verschiedene Spielarten des Komponistenkommentars zu eigener Musik unterschieden. Beispielhaft kommen dabei (wie schon in Kapitel A) rezeptionsästhetische Aspekte zur Sprache. Eine rudimentäre Skizze der Frühgeschichte solcher verbaler Zusätze (10.-18. Jh.) dient der Überleitung zu den nachfolgenden, historisch orientierten Fallstudien (18.-20. Jh.). In den neun Fallstudien von Kapitel C kommen Komponistenkommentare zu eigenen Werken zur Sprache, und zwar im Kontext (1.) des jeweils wirksamen Verstehensbegriffes, (2.) des Verhältnisses der Komponisten zur Rezeption (eigener und fremder Werke) und (3.) der jeweiligen Einstellungen zur Verbalisierung von Musik. Dokumentarisch aufbereitet und chronologisch gereiht, modellieren diese Fallstudien ausgewählte Autoren- und Kommentarkonzeptionen. Kapitel D dient abschließend dazu, einerseits Aspekte eines Buchprojektes zu reflektieren, das kürzlich verwirklicht wurde und in großer Zahl Eigenkommentare der Gegenwart bietet. Andererseits wird versucht, im resümierenden Blick auf die vorangegangenen Abschnitte Perspektiven für eine künftige Auseinandersetzung mit dem Thema zu entwickeln.

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