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Die Corona-Krise verlangt den Menschen auf der ganzen Welt viel ab. Sie trifft Länder in voller Härte, die Weltwirtschaft steuert auf eine Rezession zu. Auch für die Menschen in Österreich zeichnet sich das schwerste Jahr seit Beginn der zweiten Republik ab. Große Hoffnungen ruhen auf der Wissenschaft: Forscherinnen und Forscher liefern Wissen und Werkzeuge, um diese Krise in den Griff zu kriegen und zukünftige zu mindern. 

Was wirklich wichtig ist, tritt in einer Krise deutlicher zutage. Wissenschaft und Forschung zählen dazu. Am Ende werden Impfstoff, Medikamente und Therapien den Ausschlag geben, wann die Corona-Krise vorbei sein wird. Das grundlegende Wissen, um das Virus zu verstehen und die gesamtgesellschaftlichen Folgen der Pandemie in den Griff zu kriegen, stammt aus öffentlich finanzierter Wissenschaft und Forschung. 
 
Vertrauen, Verantwortung und Vorsorge

Forschende aus allen Wissenschaftsdisziplinen tragen zum Verständnis der Krise bei, ihre fundierten Erkenntnisse helfen, Auswege aus der Krise zu finden. So nimmt die Wissenschaft auch in der aktuellen Situation ihre gesellschaftliche Verantwortung wahr. Das hohe Vertrauen der Bevölkerung, der immense Bedarf nach Wissen sowie Expertise und das Bewusstsein, nie zu wissen, welche Krise als Nächstes auftritt, verdeutlichen die Notwendigkeit einer breit aufgestellten Spitzenforschung. Wer jetzt verstärkt in Wissenschaft und Forschung investiert, erhöht die Chancen, besser aus der gegenwärtigen und aus künftigen Krisen zu kommen. 
 
Versicherung gegen das Unvorhersehbare

Eine vielfältige und vernetzte Spitzenforschung sorgt für die Zukunft der Bevölkerung vor. Wenn Österreich seinen Forschenden international konkurrenzfähige Rahmenbedingungen bietet, können sie uns weiterhin an vorderster Stelle mit neuem Wissen und Erkenntnissen versorgen, etwa um immense Herausforderungen wie die Erderwärmung und die Ressourcenknappheit zu bewältigen. 
 
Appell an die Politik: Mit voller Kraft in Wissenschaft investieren

Die Allianz österreichischer Wissenschaftsorganisationen appelliert an die Bundesregierung, besonders in und nach dieser schwierigen Zeit die unabhängige und offene Wissenschaft und Forschung nachhaltig zu stärken, wie auch im Regierungsprogramm festgelegt. Niemand weiß im Detail, welche Krise die nächste sein wird – aber je mehr exzellente Forschende in Österreich tätig sind, desto besser werden wir sie in den Griff bekommen und eventuell auch abwenden können. 
 
Klement Tockner: Ohne Grundlagenforschung wären wir im Blindflug unterwegs

Forschende identifizierten dank moderner Methoden schnell den Auslöser von COVID-19. Danach konnte mit der Entwicklung von Tests, Medikamenten und Impfstoffen begonnen werden. „Diese Geschwindigkeit wäre vor 20 Jahren undenkbar gewesen. Mit dem Basiswissen aus der Grundlagenforschung lassen sich die ökonomischen und sozialen Konsequenzen der Pandemie besser in den Griff kriegen“, ist FWF-Präsident Klement Tockner überzeugt „Die aktuelle Herausforderung geht weit über die Medizin hinaus, daher ist es so wichtig, auf eine breit aufgestellte Forschungslandschaft zu setzen“, so Tockner. Und weiter: „Auch in einer Krise haben wissenschaftliche Qualität und ethische Standards höchste Priorität.“  
 
Thomas Henzinger: Neues Wissen die sicherste Investition in die Zukunft

„Aufgrund unseres Wissens über die molekularen Ursachen und Mechanismen von Infektionskrankheiten gehen wir mit Seuchen heute anders um als im Mittelalter und noch vor 100 Jahren. Wissen aus jahrzehntelanger Grundlagenforschung gibt uns die Sicherheit, dass, wie lange es auch dauert, wir COVID-19 überwinden werden. Neues Wissen war, ist und bleibt die sicherste und vielversprechendste Investition in die Zukunft", sagt Thomas Henzinger, Präsident des IST Austria. 
 
Antonio Loprieno: Rahmenbedingungen sind entscheidend

„Es sind die Rahmenbedingungen, die zählen – nicht mehr und nicht weniger“, so Antonio Loprieno, Vorsitzender des Österreichischen Wissenschaftsrates. Eine gesicherte Finanzierung, moderne Infrastruktur sowie ein kluges Abstimmen zwischen wettbewerblichen und kooperative Maßnahmen dürfen auch nicht in ökonomisch schwierigen Zeiten außen vor gelassen werden. Wissenschaft und Forschung sind ein zentrales Element, um unsere Gesellschaft resilienter zu machen und den Weg zum wirtschaftlichen Wiederaufbau zu ebnen. „Deshalb heißt es gerade jetzt“, so Antonio Loprieno: „Investieren wir in die Qualität des österreichischen Forschungsstandorts, fördern wir die besten Köpfe und den wissenschaftlichen Nachwuchs!“
 
Helga Nowotny: Großes Vertrauen in Forschung

  "Einem alten Werbespruch folgend können wir fragen: Worauf freut sich Österreich, wenn die Corona-Krise hoffentlich bald vorbei ist? Dass das Virus nicht mehr zurückkommt. Dazu braucht es die Wissenschaft. Sie ist unser Hochquellwasser, und damit das Wissen in ausreichendem Maße und in höchster Qualität vorhanden ist, wenn wir es brauchen, muss jetzt kräftig investiert werden. Die Bevölkerung wird es der Politik danken, denn sie vertraut der Wissenschaft", so Helga Nowotny, Wissenschaftsforscherin und ehemalige Präsidentin des European Research Council.
 
Sabine Seidler: Auf Beiträge aller Disziplinen kommt es an

„Wir beobachten, dass wissenschaftliche Expertise bei den weitreichenden Entscheidungen der Politik und bei der Information der Öffentlichkeit einen bisher nicht dagewesenen Stellenwert hat. Gleichzeitig sehen wir aber auch, dass die Bewältigung der Krise das Zusammenwirken verschiedener Wissenschaftsdisziplinen bedingt“, hebt uniko-Präsidentin Sabine Seidler hervor. Damit ist eine hohe Verantwortung verbunden. Wissenschaft ist nicht unfehlbar, sondern ein permanenter Prozess. Umso wichtiger ist es, diesen Diskurs transparent zu machen. Im Moment dreht sich Alles um das Virus, die Auswirkungen auf die Gesellschaft in all ihren Aspekten scheint in den Hintergrund getreten zu sein. Wahrnehmen wissenschaftlicher Verantwortung im Kontext von Corona bedeutet nicht nur „gemeinschaftliches Arbeiten ohne akademische Eitelkeiten, sondern auch die Berücksichtigung der Beiträge aller Disziplinen im wissenschaftlichen Diskurs. Möglicherweise haben wir in einem Jahr einen Impfstoff, die gesellschaftlichen und ökonomischen Auswirkungen einer Pandemie werden Wissenschaftler_innen noch viel länger beschäftigen“, ist Seidler überzeugt.

Kontakt:

Marc Seumenicht
Stv. Leiter Kommunikation, Pressesprecher
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