In der ersten FWF-Kuratoriumssitzung nach dem Sommer, die am 30. September und 1. Oktober 2019 stattfand, konnten bei einem Antragsvolumen von 156,1 Millionen Euro rund 42,9 Millionen Euro bewilligt werden. Dies ergibt eine Bewilligungsquote über alle Programme von 27,5 Prozent. Insgesamt konnten von 539 Anträgen 155 herausragende Projekte reüssieren.

Kuratoriumssitzung im Detail

Die Einzelprojekte als „Rückgrat“ der FWF-Förderungen machten wieder den größten Anteil der Bewilligungen aus. Bei einer Antragssumme (inkl. der Klinischen Forschung) von 86,5 Millionen Euro konnten 23,8 Millionen Euro bewilligt werden, was einer Bewilligungsquote von 27,5 Prozent entspricht.

Im Bereich der Internationalen Programme, die gemeinsam mit internationalen Partnerförderungsorganisationen durchgeführt werden, lag die Antragssumme bei 55,8 Millionen Euro, davon konnten 14,68 Millionen Euro bedingt bewilligt werden (Bewilligungsquote 26,3 %). Hier sind teilweise noch die Entscheidungen der Partnerorganisationen abzuwarten.

Karriereförderung durch Mobilität

Zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Ausland, die ihre Forschung in Österreich durchführen wollen, konnten diesmal wieder reüssieren. Allein in den letzten zehn Jahren kamen mit dem Meitner-Programm des FWF über 400 Forscherinnen und Forscher aus rund 50 verschiedenen Ländern nach Österreich, um ihr Know-how einzubringen. Für Österreich wird dabei jedenfalls eine Win-Win-Situation geschaffen. Bei jenen Forscherinnen und Forschern, die in ihr Heimatland zurückkehren, bleibt ein wertvolles Netzwerk bestehen, zudem sind diese Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hervorragende Botschafter für den heimischen Wissenschaftsstandort. Jene, die in Österreich bleiben, tragen wiederum zu einem erheblichen Brain Gain bei.

Mit dem Schrödinger-Programm ermöglicht es der FWF auf der anderen Seite, zumeist jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Erfahrungen an Top-Forschungsstätten im Ausland zu sammeln. Die mitfinanzierte Rückkehrphase des FWF sorgt dafür, dass es zu keinem Brain Drain kommt, sondern die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen karrierefördernd in Österreich zur Geltung kommen.

Im Outgoing-Programm „Schrödinger“ konnten mit einer Bewilligungssumme von 1,6 Million Euro 41,1 Prozent der Einreichungen reüssieren. Im Incoming-Programm „Meitner“ lag die Bewilligungssumme bei 2,5 Millionen Euro, was einer Erfolgsquote von 28,0 Prozent entspricht.

Bürgerbeteiligung schafft Mehrwert

Ebenfalls in diese Kuratoriumssitzung fiel die Entscheidung zu den einmal jährlich ausgeschriebenen Top-Citizen-Science-Projekten. TCS fördert Forschungsaktivitäten mit dem Ziel, eine Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern zu ermöglichen, wobei diese ihre Fähigkeiten, Expertise, Neugier und Teilnahmebereitschaft einbringen und so eine Erweiterung von Forschungsergebnissen und -erkenntnissen ermöglichen und damit zu einem substanziellen, zusätzlichen wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn beitragen sollen. Insgesamt langten beim 2019er-Call 20 Anträge ein, von denen 4 Projekte mit einer Bewilligungssumme von gesamt 200.000 Euro (Bewilligungsquote 20,9 %) bewilligt werden konnten:

TCS 57 „On everyone´s minds and lips - German in Austria”
Projektleiter: Gerhard Budin
Universität Wien, Zentrum für Translationswissenschaft

TCS 67 „What do crows in Vienna Zoo?”
Projektleiter: Thomas Bugnyar
Universität Wien, Department für Kognitionsbiologie

TCS 74 „Heavy Metal City-Zen“
Projektleiterin: Andrea Watzinger
Universität für Bodenkultur, Institut für Bodenforschung

TCS 62 „Dead bird surveillance“
Projektleiter: Herbert Weissenböck
Veterinärmedizinisce Universität Wien, Institut für Pathologie

Approved but not funded

Nach wie vor ungebrochen ist die Nachfrage nach Förderungsmittel Marke FWF unter den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Österreich. So mussten auch in dieser Kuratoriumssitzung – wie schon das gesamte Jahr 2019 über – Projekte abgelehnt werden, die zwar von den internationalen Gutachten als förderungswürdig eingestuft wurden, aber aufgrund des zu geringen FWF-Budgets im Wettbewerb mit anderen, ebenfalls exzellent eingestuften Anträgen zurückgereiht werden mussten. Dieser Verlust an wissenschaftlichem Potenzial – bei dieser Kuratoriumssitzung waren es allein 26 Projekte mit einem Antragsvolumen von 7,9 Millionen Euro – zieht zudem weitere Kreise, als neben frustrierten Antragstellerinnen und Antragstellern auch Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter betroffen sind, die ohne Anstellung zurückbleiben.

Qualität, Fairness, Transparenz

Der FWF steht neben höchster wissenschaftlicher Qualität, Internationalität und Fairness auch für maximale Transparenz. Sämtliche bewilligten Forschungsprojekte werden detailliert auf der FWF-Website dargestellt, zu finden unter: https://pf.fwf.ac.at/de/wissenschaft-konkret/project-finder

Darüber hinaus werden zu jeder Kuratoriumssitzung Statistiken zur Verfügung gestellt, zu finden unter: https://www.fwf.ac.at/de/ueber-den-fwf/foerderungsstatistiken/

FWF-Kuratorium

Das Kuratorium des FWF setzt sich aus dem Präsidium des Wissenschaftsfonds sowie Fachreferentinnen und Fachreferenten zusammen. Die aktuelle Funktionsperiode des Gremiums läuft noch bis Oktober 2020. Primäre Aufgabe des Kuratoriums ist die Entscheidung über die Förderung von Forschungsvorhaben.

Sämtliche Mitglieder des FWF-Kuratoriums finden sich unter: https://www.fwf.ac.at/de/ueber-den-fwf/organisation/kuratorium/

FWF Der Wissenschaftsfonds

Der FWF ist Österreichs zentrale Einrichtung zur Förderung der Grundlagenforschung sowie der künstlerisch-wissenschaftlichen Forschung. Er unterstützt – nach internationalen Qualitätsmaßstäben – herausragende Forschungsprojekte sowie exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich der Gewinnung, Erweiterung sowie Vertiefung wissenschaftlicher Erkenntnisse widmen.

Kontakt:

Marc Seumenicht
Stv. Leiter Kommunikation, Pressesprecher
scilog.fwf.ac.at | @FWF_at | @FWFOpenAccess

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