Der Wissenschaftsfonds FWF hat die Forscherteams der neu gestarteten „Zukunftskollegs“ zum Austausch eingeladen. In dem Nachwuchsprogramm arbeiten junge Forscherinnen und Forscher gezielt fächerübergreifend zusammen. Über die Herausforderungen und Erfolgsfaktoren interdisziplinärer Gruppen haben sie am 22. Juli 2019 im Haus der Forschung diskutiert.

Sieben Teams beschäftigen sich seit Anfang 2019 im Rahmen des neuen FWF-Programms „Zukunftskollegs“ mit unkonventionellen Forschungsansätzen nach dem Motto: Gemeinsam sind wir stärker. Diese Binsenweisheit lässt sich durchaus auch auf wissenschaftliches Arbeiten übertragen. Mehr noch, wer sich komplexen Forschungsthemen oder großen gesellschaftsrelevanten Fragen stellt, kommt heute ohne interdisziplinäre Ansätze kaum mehr aus. Forschung findet daher schon jetzt in Teams statt, die sich aus verschiedenen Disziplinen zusammensetzen und unterschiedliche Perspektiven auf wichtige Fragestellungen ermöglichen.

Herausforderungen und Chancen von Interdisziplinarität

Doch das Arbeiten in interdisziplinären Gruppen stellt Forscherinnen und Forscher auch vor neue Fragen zum Ablauf und den Zielen von Projekten:  Welche Methoden und Ansätze braucht es für das Projekt, welche Spielregeln gibt es in den gemischten Teams, welche „Sprache“ herrscht vor, wie werden Entscheidungen getroffen und schließlich: Wie lässt sich die Qualität der gemeinsamen Arbeit evaluieren?

FWF begleitet Forschungsteams

Diese zentralen Fragen wurden nun in einem ersten Workshop des FWF mit den jungen Forscherinnen und Forschern der „Zukunftskollegs“ diskutiert. Die Veranstaltung ermöglichte den Austausch über alle Forschungsteams und -projekte hinweg: 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben u.a. folgende Aspekte diskutiert: die Dynamik gemischter Teams, Struktur- und Lernprozesse, wie kreative Spannungsfelder, die sich durch das interdisziplinäre Forschen ergeben, genutzt werden können und nicht zuletzt die Schlüsselfaktoren erfolgreicher Arbeit in gemischten wissenschaftlichen Teams. Das große Engagement und Interesse der Beteiligten zeigt den Bedarf an Austausch und Interaktionsmöglichkeiten. Der FWF wird dafür auch weiterhin die Plattform bieten und regelmäßig Workshops anbieten, um Vielfalt als Chance in der Forschung noch stärker in den Fokus rücken.

„Wir konnten uns mit den Top-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftlern von morgen in einer offenen und kreativen Atmosphäre über das Wie der Zusammenarbeit austauschen und Inputs dafür liefern. Auch einige österreichische Forschungsstätten bieten inzwischen Unterstützung und Anreizsysteme für interdisziplinäre Ansätze an. Wir hoffen, dass sich dieser Trend fortsetzt“, sagt Uwe von Ahsen, verantwortlich für die Strategie und Entwicklung der Nationalen Förderungsprogramme beim FWF.

Zukunftskollegs in der Pilotphase

In der ersten Ausschreibung der Zukunftskollegs 2018, die vom Wissenschaftsfonds FWF gemeinsam mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) entwickelt wurden, konnten sieben von 58 eingereichten Projekten im Umfang von 13 Millionen Euro bewilligt werden. Das neue Programm unterstützt fächer- und institutionenübergreifende Forschungsteams von 3 bis 5 Personen mindestens 1 bis maximal 5 Jahre nach der Promotion mit maximal 2 Millionen Euro pro Gruppe. Eine internationale Jury mit hoher Kompetenz in interdisziplinärer Forschung bewertet die Projekteinreichungen.

Mehr Informationen:

Förderungsprogramm Zukunftskollegs

Sieben disziplinen- und institutionenübergreifende Zukunftskollegs gefördert

Kontakt:

Strategie – Nationale Programme
Sabine Haubenwallner

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