Zukunftskollegs: Postdoc-Programm für innovative, interdisziplinäre Teams

Mit Unterstützung des Österreich-Fonds schreibt der FWF im April 2019 die „Zukunftskollegs“ aus, ein Kooperationsprogramm zwischen ÖAW und FWF. Der Antrag muss auf Basis der neuen Richtlinien bis zum 30. Juli 2019 eingereicht werden. Ab März 2019 ist die Anmeldung zum Proposers‘ Day am 12. April 2019 unter Kalender möglich.

Zielgruppe

  • Ein international herausragendes Team an Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern (Postdocs aus dem In- und Ausland von mind. 1 bis max. 5 Jahre nach der Promotion1) aller Wissenschaftsdisziplinen2 , insbesondere auch der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften, bildet ein Zukunftskolleg an österreichischen Forschungsstätten.
  • Ein/e Forscher/in tritt als Koordinator/in des Zukunftskollegs auf. Jede/r Wissenschaftler/in darf sich nur an einem Antrag für ein Zukunftskolleg beteiligen.
  • Die formale Antragstellung erfolgt durch die österreichische Forschungsstätte; es besteht keine Begrenzung der Zahl der Anträge, die von einer Forschungsstätte eingebracht werden können. Eine Forschungsstätte kann somit mehrere Anträge stellen.
  • Sollten Fragen hinsichtlich der Anbindung an eine geeignete Forschungsstätte bestehen, können potenzielle Antragssteller/innen sich persönlich an Mitglieder des Präsidiums des FWF bzw. der ÖAW wenden und sich entsprechend beraten lassen.

Zielsetzung

  • Förderung von jungen Postdocs (mind. 1 bis max. 5 Jahre nach der Promotion)
  • Die mittelfristige Forschungszusammenarbeit (bis zu 4 Jahre) zu einem komplexen, aktuellen Thema in gemischten Teams von mind. 3 bis max. 5 Forschenden3 soll ermöglicht werden.
  • Die Forschungszusammenarbeit soll fachgrenzenübergreifend und interdisziplinär zu innovativen Themen erfolgen.
  • Die wissenschaftliche Fragestellung soll an mindestens zwei Forschungsstätten bzw. mindestens an zwei Organisationseinheiten4 einer Forschungsstätte vertieft oder neu konsolidiert werden.

Anforderungen

Der Antrag ist wie in den Richtlinien dargestellt zu gestalten, mit der antragstellenden bzw. der/den beteiligten Forschungsstätte/n abzustimmen und von der antragstellenden Forschungsstätte einzureichen:

Forschungsprogramm

  • Stand der Forschung, auf der das Zukunftskolleg aufbaut
  • Darstellung der gemeinsamen Ziele, Fragen und Begriffe im Zukunftskolleg
  • Interdisziplinäre5, innovative6 Forschungsansätze im Forschungsprogramm des Zukunftskollegs
  • Prägnante Darstellung des innovativen und „cutting-edge“ Charakters des Forschungsthemas
  • Beschreibung der thematischen Kohärenz und des zu erwartenden Innovationswertes durch die Zusammenarbeit im Zukunftskolleg:
    • a) unter Verwendung einer kohärenten und konsistenten Begrifflichkeit
    • b) durch Identifizierung der relevanten Merkmale des Problems
    • c) durch Darstellung der zu untersuchenden Aspekte
    • d) durch die Zusammenführung der verschiedenen disziplinären Theorien zu einem gemeinsamen theoretischen Ansatz
    • e) durch die Darstellung wie die Synthese gebildet wird – gemeinsame „Sprache“, theoretische Basis, Einzelleistungen
  • Reflexion/Konzept zur gendergerechten Ausrichtung der Forschungsansätze sofern thematisch relevant; Reflexion zu ethischen Aspekten

Qualität und Zusammensetzung des Forschungsteams

  • Für jede/n Nachwuchswissenschaftler/in
    • a) Beschreibung der Qualifikation, Darstellung der Expertise, des wissenschaftliches Potenzials, der verfügbaren Kapazität und der wissenschaftlichen Vision
    • b) Internationale Kooperation(en)
  • Für das Team
    • a) Darstellung der Zusammenarbeit und Kommunikationsstruktur im Team

Weiterreichende Effekte

Disseminationsstrategien und Wissenschaftskommunikation: Maßnahmen im Hinblick auf Sichtbarkeit des Zukunftskollegs

Dauer

  • Maximal 4 Jahre

Antragstellung

  • Einreichung des Antrags bis spätestens 30. Juli 2019
  • Achtung: Es sind neue Antragsrichtlinien in Bearbeitung. Diese werden bis spätestens 10.4.2019 veröffentlicht. Bitte beachten Sie, dass eine Einreichung ausschließlich nach diesen Richtlinien erfolgen muss
  • auf Englisch

1 Der Stichtag, der sich auf das Datum der Promotion bezieht, ist der 30.7.2019. Das Promotionsdatum darf nicht nach 30.7.2018 und nicht vor dem 30.7.2014 liegen. Die Anforderungen an die wissenschaftliche Qualifikation entsprechen dem Karriereverlauf; diese ist mittels CV und Publikationsliste nachzuweisen.

2 Beteiligte Forschende müssen das Doktorat in einer Wissenschaftsdisziplin abgeschlossen haben, die im Zusammenhang mit dem angestrebten Projekt steht.

3 Mit einem Drittel des unterrepräsentierten Geschlechts basierend auf der fachspezifischen Repräsentation von Forscherinnen und Forschern; https://ec.europa.eu/research/swafs/pdf/pub_gender_equality/she_figures_2015-final.pdf, p.25-26

4 Eine Organisationseinheit ist ein Element der Aufbauorganisation, die in der Regel im Organigramm ausgewiesen wird (https://de.wikipedia.org/wiki/Organisationseinheit). Beispiele für Organisationseinheiten sind im FWF-Kontext Fakultäten an Universitäten (https://www.uni-graz.at/de/die-universitaet/die-universitaet-graz/organisation-struktur/) oder Forschungseinheiten einer außeruniversitären Forschungseinrichtung (https://www.joanneum.at/lernen-sie-uns-kennen/organisation/organigramm/#c1287).

5 „Interdisziplinarität“ bezeichnet ein integrationsorientiertes Zusammenwirken von Personen aus mindestens zwei Disziplinen im Hinblick auf gemeinsame Ziele und Ergebnisse, in dem die disziplinären Sichtweisen zu einer Gesamtsicht zusammengeführt werden.

6 Fragen an die/den Gutachter/in: How does the proposal advance frontier research and unconventional scientific approaches? Does the proposed project have the potential to question and/or change existing paradigms in the fields involved or beyond?